Ayvalik an der Oliven Riviera

 

Ca.32000 Einwohner hat die Stadt Ayvalik an der türkischen Westküste. Wer aber einmal die Stadt an einem ganz normalen Sommertag besucht, wird sicher zu den Entschluss kommen, hier müssen doch mindestens 100.000 Menschen leben. Der Verkehr durch die Hauptstrasse am Hafen entlang ist grandios und laut. An manchen Stellen muss man schnell sein, um über die Strasse zu kommen. Das aber gehört wohl alles dazu und es macht auch noch Spass das quirlige Treiben zu bestaunen. Wer aber in Ayvalik nur einige Schritte in die alte Stadt geht, wird staunen wie ruhig es hier zugeht. Das Leben spielt sich sehr viel am Hafen ab. Dieser wird zum Teil wirklich noch als Fischereihafen genutzt und dient damit für viele zum Erwerb ihres Lebensunterhaltes. Wer die Möglichkeit hat dort einzukaufen, kann sich dort mit frischem Fisch täglich versorgen.Die Fischer bieten ihren Fang aber für die Einheimischen und die Restaurants an.Schauen Sie trotzdem zu und erleben sie das richtige Leben in der Stadt. Vom Hafen hat man auch einen schönen Blick auf die Bucht von Ayvalik.

Natürlich hat die Stadt Ayvalik auch eine Geschichte und die ist nicht immer so schön gewesen. Bis in das Jahr 1923 war die Stadt überwiegend von Griechen bewohnt. Auf Grund des Austausches der Bevölkerung wurden die Griechen vertrieben und die Türken nahmen ihren Platz ein. Am heutigen Stadtbild, vor allem in der Altstadt ist dieses heute noch sehr gut zu erkennen. Wer genau hinhört wird auch heute noch manches griechische Wort hier hören. Die hier angesiedelten Türken kamen zum grossen Teil aus dem damals moslemischen Kreta. Das aber ist heute alles Geschichte und wir sollten den Blick nach vorn werfen und uns hier einfach wohlfühlen.

Das sollte hier eigentlich kein Problem sein, denn Ayvalik und seine Umgebung haben viel zu bieten.

Ein ganzer Schwarm von kleinen Inseln liegt in der Bucht und es besteht die Möglichkeit, zu vielen einen Bootsausflug zu machen. Man kann auch mit der Fähre einen Tagesausflug zur Insel Lesbos machen, die Überfahrt dauert ca.2Std. Da Lesbos ja griechisch ist, kommt einem bei den Reiseformalitäten manchmal in den Sinn, das die Türken und die Griechen heute noch Probleme mit ihrem Zusammenleben haben. Aber das wird sich bestimmt bald bessern.

Einen Besuch sollte man aber unbedingt der Halbinsel Ali Bey abstatten. Zu erreichen ist sie über einen Damm.Der schnellere und schönere Weg ist allerdings ein Boot vom Hafen aus. Hier auf der Halbinsel gibt es wunderschöne Restaurants und zum Essen gibt es gratis den schönsten Ausblick aufs Meer. Auch hier ist die Geschichte zu spüren. Es gibt noch immer viele verfallenen Gebäude aus der griechischen Zeit auf der Halbinsel.

Einige Kilometer weiter im Süden liegt der Knoblauchstrand bei Sarimsakli. Diese kleine Stadt erlebt zur Zeit einen Boom in Sachen Tourismus. Das hat aber nichts mit dem Gedränge in Bodrum oder Marmaris zu tun. Der Boom geht hier noch relativ beschaulich vonstatten. In Sarimsakli gibt es inzwischen auch einige gute Hotels. Das grösste Haus am Platz ist wohl das Grand Hotel Temizel.

Im Ort Sarimsakli gibt es dagegen schöne Restaurants und Hotels, die auch ein sehr gutes Preis und Leistungsverhältnis haben und die auch sehr gemütlich sind.

Hier am Strand von Sarimsakli ist im Sommer alles hoffnungslos überfüllt mit Einheimischen. Gehen sie einfach dazwischen und sie erleben die Türkei live. Im Sommer werden sie manchmal den Duft von Olivenöl riechen, das kommt aus den Fabriken. Hier in der Umgebung wird ein grosser Teil des türkischen Olivenöls hergestellt. Ich kann aber versichern,das stört in keiner Weise.

Ein weiteres beliebtes Ausflugsziel ist der Teufelstisch, Seytan Sofrasi, der auf halber Strecke zwischen Ayvalik und Sarimsakli liegt.Hier oben auf dem Felsen, der über eine gute Strasse zu erreichen ist, hat man die beste Aussicht uber die Bucht von Ayvalik mit den vielen kleinen Inseln. Ganz in der Ferne sieht man auch die Insel Lesbos. Wer sich die Zeit nimmt und am Abend zum Sonnenuntergang hierherkommt wird ein ganz unvergessliches Schauspiel erleben. Werfen Sie eine Münze in einen Spalt und der Teufel erfüllt ihnen einen Wunsch, zumindest können sie am späten Nachmittag ersteinmal das Höllenfeuer in Form eines herrlichen Sonnenuntergangs sehen.

In der weiteren Umgebung von Ayvalik gibt es noch weitere Sehenswürdigkeiten, die bekanntesten sind wohl Pergamon und Troja. Diese Ausflüge gibt es organisiert und sie können es mit einem Auto auch selbst in die Hand nehmen. Letzteres ist empfehlenswert, man hat dann mehr Zeit.

Probieren sie mal Ayvalik und die Bucht von Edremit, Sie werden sehen, es gibt in der Türkei schöne Strände und Städte, die noch nicht so überlaufen sind. Wenn ihnen der Urlaub unter Einheimischen gefällt, sind sie hier richtig und sie werden sich hier wohl fühlen.

Fotos und Autor : mit freundlicher Genehmigung, Wolfgang Meineke, Salzgitter