Ayvalik an der Oliven Riviera

AYVALIK im Altertum und Mittelalter

Im Altertum hat man die Insel vor Ayvalik «Hekatonnessoi» genannt. Dieser Ausdruck stammte von Apollo, dem Gott der altertümlichen Stadt «Nesos» (Ali Bey), die sich auf der gleichnamigen, größten Insel befand. «Hekatos» war ein Spitzname von Apollo. Aus diesem Grund wurde die Insel Hekatos oder Apolloinsel genannt. Auf der Apolloinsel gab es altertümliche Siedlungen wie «Chalkis», «Pordoselene» und «Kydonia». Obwohl in den alten Schriften oft von diesen Städten die Rede war, hat nur Plinius die berühmten heißen Quellen, die im Sommer flossen, beschrieben. Er starb Im Jahre 79 n. Chr. während eines Ausbruchs des Vesuv. In der Gegend die wir heute als Kydonia bezeichnen, finden sich leider keine altertümlichen Reste mehr. Nach all diesen Funden kann man feststellen, daß in diesen Siedlungen die hellenistische Zeit (330 -30 v. Chr.), die römische Zeit (30 v. Ohr. - 396 n. Chr.)und die byzantinische Zelt (395 - 1453 n. Chr.) Spuren hinterlassen haben. Um nachweisen zu können, ob es hier noch ältere Kulturen gegeben hat, müssen neue wissenschaftliche, archäologische Grabungsarbeiten durchgeführt werden. Kydonia hatte seine ruhm-reichste Phase zur Zeit der Römer bereits hinter sich. Während der byzantinischen Zeit hatte diese Siedlung aus verschiedenen Gründen Ihre Bedeutung verloren. In dieser Zeit hat sich die Stadtgemelnschaft In RIchtung «ilk Kurşun Tepesi» (der erste Bleihügel) entwickelt. Dieser alte, verlassene Stadtteil wurde allmählich mit Erde überschüttet.

Wobei von den vier altertümlichen Städten Chaikis und Pordoselene nicht mehr existieren, sind die anderen zwei, Kydonia und Nesos, bis heute erhalten geblieben.

Kydonia lebt heute mit dem ins türkische übersetzten Namen Ayvalik weiter.

NACH ABLAUF DES ALTERTUMS

Der berühmte englische Historiker Arnold J. Toynbee hat folgendes geschrieben:

Die moderne Bewegung hat in früheren Zeiten mit Ansiedlungen begonnen. Das beste Beispiel ist die Ansiedlung in Ayvalik.

Seinerzeit gelang es einem christlichen Priester, gebürtig und aufgewachsen in Ayvalik, das Vertrauen des Sultanshauses in Istanbul zu gewinnen, so daß der Sultan im Jahre 1773 veranlaßte, daß in seinem Geburtsort kein einziger Muslim wohnen durfte. Dies bedeutete die Autonomie für die orthodoxen Christen. Als der griechische Aufstand im Jahre 1821 ausbrach, erreichte die Zahl der griechischen Bevölkerung 30.000.

In Ayvalik gab es damals 40 Olivenölraffinerien, 30 Seifenerzeugungsbetriebe, 2 Spitäler und eine Akademie.

Der politische Nationalismus der Griechen war 1921 am stärksten. Ayvalik stand in absoluter Abhängigkeit nach außen hin. Sogar die Währung war griechisch. Inzwischen war die Akademie in Ayvalik an der Sache nicht unbeteiligt geblieben und nahm im Geheimen an der großen griechischen Revolution teil. Beim Aufstand im Jahre 1821, der die Unabhängigkeit von Griechenland erzwungen hat, waren die Griechen von Ayvalik auch dabei und griffen zwei Schiffe mit türkischen Soldaten an, enterten diese und steckten sie in Brand. Dieses Verhalten der Ayvalik-Griechen war für die Türken unverzeihlich. Die Griechen wurden gezwungen, die Stadt zu verlassen. Die griechischen Geschichtsschreiber behaupten, daß die Türken die Stadt in Brand steckten, aber nach unseren Quellen sind es die Griechen bei ihrer Flucht gewesen. 1827 durften die Griechen, die zur Imigration gezwungen worden waren, zurückkehren. Die Liegenschaften wurden den Besitzern retourniert. Die osmamsche Toleranz, die vorher darin bestand, brüderlich in Frieden gemeinsam zu leben, war ein für allemal verschwunden. 1840 verlor Ayvalik seine Autonomie ganz, wurde der Stadt Balikesir zugeteilt und damit zu einer ganz gewöhnlichen, osmanischen Stadt.

 

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